WELTEN.

/Gedankenaustausch./ Mir ging es auch so mit dem Thema “Welten”, liebe G. Da steckt noch eine Menge drin. Ich denke, eine “virtuelle” Welt ist nicht minder “real” wie die wirkliche. Aber es ist wie eine “Parallelwelt”, in der Du nur überleben kannst, wenn Du noch eine andere Welt hast, wo gegessen, geschlafen, Geld verdient, ein Computer gekauft und eine Flatrate installiert wird. Und ich denke, viele Künstler leben in so einer Parallelwelt. Man muss dazu keine “virtuelle” Kunst machen… Sicher muss das auch so sein, wenn Du Dir die Autonomie Deiner Kunst bewahren willst. Du lebst dann in einer “Kunstwelt”. Wie in einem Labor, wo Du das Leben nach stellst. Und vielleicht braucht es auch so ein Labor? Um das richtige Leben zu betrachten, zu erforschen, zu verstehen… Aber ein Leben im Labor? Das kann es doch nicht sein, oder?

Was ich an diesem Konzept der Parallelwelt auch schade finde, ist die Verarmung der anderen, der “Lebenswelt”, wie ich sie einmal nennen möchte: wo gegessen, geschlafen, Geld verdient, ein Computer gekauft und eine Flatrate installiert wird. Schön wäre es doch, wenn sich diese beiden Welten berühren, austauschen und gegenseitig bereichern könnten, oder? Und woher soll diese Lebenswelt denn ihre lebendigen Impulse bekommen, wenn nicht von der Kunstwelt?

Muss jetzt zum Zahnarzt. Und in diesem Zusammenhang die Frage:

Brauche ich in meinem Labor einen Zahnarzt?

;-)

K.

2 Kommentare zu “WELTEN.

  1. gesine braun

    Liebe K,
    das Bild von der Weltkugel im Glassturz ist wirklich sehr passend für den Zustand eines Daseins in der Parallelwelt, ohne Zahnarzt und Verpflichtungen.
    Stellt sich nur die Frage wer einen freistellt,….

    G.

  2. Katalin

    Ich bin nicht sicher, ob ich Deine Frage nach der “Freistellung” richtig verstehe: a) Wer befreit einen aus dem Eingeschlossensein in der Parallelwelt? Oder b) Wer ermöglicht einem das Abtauchen in eine Parallelwelt, in der man befreit ist von Zahnärzten und all den zwingenden Notwendigkeiten des Lebens?

    Zu a) Ich denke, es ist das Leben selbst, das Dich aus der Parallelwelt befreit. Falls Du da wirklich eingeschlossen bist und nicht mehr heraus kommst… Und b) Man kann sich auch selbst frei stellen. Sein eigener Mäzen sein. Tatsächlich finde ich das Bild von dem “Labor” ganz schön. Wie so ein Kämmerchen, das man ab und zu aufsucht, um unter “idealen Bedingungen” zu arbeiten, es niemandem Recht machen müssend, nur seiner inneren Logik folgend…

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